WILDE LEIPZIGER
 NÜTZEN, UM ZU SCHÜTZEN  

SCHEINQUITTE - WILDE LEIPZIGER 2020

 


Die Zier- oder Scheinquitte  (Chaenomeles)


Chaenomeles speciosa ´Pandora´ 

ist weder identisch, noch botanisch verwandt mit der Echten Quitte (Cydonia), auch wenn es sich in beiden Fällen um Rosengewächse handelt. Die deutsche Namensgebung erklärt sich wohl eher daraus, dass Scheinquitten- wie Quittenfrüchte gleichermaßen gelblich, sehr hart und kaum roh genießbar sind. 

Die Gattung Chaenomeles umfasst als wichtigste Arten die Japanische Scheinquitte (Chaen. japonica) und die Chinesische Scheinquitte (Chaen. speciosa), die seit ihrer Einführung in Europa Ende des 19. Jahrhunderts eine Vielzahl wertvoller Sorten und Hybriden hervorgebracht haben. 

Chaenomeles japonica ´Fusion´ 

Chaenomeles japonica ´Cido Red´

Es handelt sich dabei um ausgebreitet wachsende niedrige bis mittelhohe Sträucher mit zumeist bedornten Zweigen, deren bereits ab März knapp vor oder zusammen mit dem Laub erscheinende Schalenblüten ein Farbspektrum von reinweiß, pink, orange bis glutrot abdecken und nicht nur außerordentlich zierend, sondern zudem ein wichtiger Pollenspender für Bienen und Insekten sind. Scheinquitten bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte, sie stellen keine besonderen Ansprüche an den Boden und vertragen Rückschnitt und Auslichtung gut.  


 Chaenomeles japonica ´Nivalis´

Chaenomeles diverse Sorten

Bei den meisten Sorten erinnern die gelben, oft rötlich oder rotbraun gesprenkelten Früchte an kleine, gefurchte Äpfel oder seltener Birnen, ihre Schale ist im Unterschied zur Echten Quitte nicht behaart, sondern glatt, sie verströmen einen ausgesprochen angenehmen arttypische Duft. Die Früchte aller Scheinquitten-Arten und –sorten sind verwertbar. Die Ernte erfolgt durch Handpflücke vor Frosteintritt, die Früchte können problemlos transportiert und kühl mehrere Wochen gelagert werden. Die Aufbereitung erfordert allerdings neben hinreichenden Erntemengen auch einigen Aufwand, da die schartigen Gehäuse zahlreiche winzige Kerne enthalten, das Fruchtfleisch sehr hart und saftarm und die fettige, gefurchte Schale oft zäh ist. Wer die Mühe nicht scheut, kann daraus jedoch pur oder gemischt mit anderem Edel- und Wildobst köstliche, hocharomatische Gelees und Säfte herstellen, selbst die getrockneten Blätter eignen sich zur Teezubereitung.  

Chaenomeles diverse Sorten

Chaenomeles japonica ´Cido` 


Besonderen kulinarischen Wert besitzen die dornenlosen lettischen Fruchtsorten ‚Cido’ und ‚Cido Red’, die dem Fruchtaufstrich der Wilden Leipziger 2020 seinen Namen gaben.    

Chaenomeles japonica ´Cido`